Die Anbindung von Produktionssystemen und externen Lagern an Dynamics 365 Finance & SCM gehört zu den operativ kritischsten Integrationsszenarien für produzierende Unternehmen. Jeder freigegebene Fertigungsauftrag, jeder gebuchte Wareneingang, jede an ein externes Lager übermittelte Kommissionierliste ist eine Übergabe zwischen Systemen — und jede Übergabe ist eine potenzielle Fehlerquelle.
Dieser Leitfaden erklärt Dynamics 365 MES- und WMS-Integration: was diese Integrationen umfassen, wie die Datenflüsse funktionieren, welche Nachrichtentypen ausgetauscht werden und wie FlexxLink beide Szenarien direkt in D365 abwickelt.
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Was ist Dynamics 365 MES- und WMS-Integration?
MES-Integration (Manufacturing Execution System) verbindet den Shopfloor mit Dynamics 365 — Fertigungsaufträge, Materialverbrauch, Rückmeldungen und Fertigmeldungen fliessen automatisch zwischen dem ERP und dem produktionssteuernden System. WMS-Integration verbindet ein externes Lagerverwaltungssystem mit D365 und automatisiert Wareneingänge, Chargenverwaltung, Kommissionierlistenübertragung und Warenausgangsbestätigungen.
In beiden Fällen ist das Ziel dasselbe: manuelle Dateneingaben zwischen Systemen eliminieren, Fehler an Übergabepunkten reduzieren und D365 als Single-Place-of-Truth für Bestände, Produktionsstatus und Logistikdaten etablieren.
Ohne Integration geben Produktionsmitarbeiter Fertigmeldungen manuell in D365 ein. Lagermitarbeiter gleichen Kommissionierlisten per Hand ab. Bestandsdaten in D365 hinken der physischen Realität hinterher. Mit Integration laufen diese Übergaben automatisch ab — ausgelöst durch Ereignisse im MES oder WMS, validiert vor der Buchung und in Echtzeit in D365 sichtbar.
Dynamics 365 MES-Integration
Wie der Produktionsprozess mit MES-Integration abläuft
FlexxLink steuert vier primäre Integrationsflüsse zwischen einem externen Produktionssystem und Dynamics 365:
1. Freigabe und Rückzug von Fertigungsaufträgen
Wenn ein Fertigungsauftrag in D365 den Status „Freigegeben" erreicht, übermittelt FlexxLink den Auftrag an das MES — einschliesslich Stückliste, Arbeitsplan und allen vom Shopfloor-System benötigten Parametern. Wird ein Fertigungsauftrag zurückgezogen (Status fällt unter „Freigegeben"), wird eine entsprechende Stornierungsnachricht an das MES gesendet, um beide Systeme synchron zu halten.
2. Produktionsstart
Wenn das MES einen Fertigungsauftrag auf dem Shopfloor aktiviert, wird eine Startmeldung zurück an D365 gesendet. FlexxLink empfängt diese Meldung und aktualisiert den Fertigungsauftragsstatus in D365 entsprechend — ohne manuelle Eingriffe.
3. Produktionsrückmeldungen
Der kritischste Datenfluss in der MES-Integration ist die Rückmeldeschleife. Im Produktionsverlauf sendet das MES Daten zurück an D365:
- Produzierte Gut- und Schlechtteile
- Materialverbrauchsmengen
- Rückmeldescheine — abgeschlossene Produktionsprozessschritte
- Kommissionierlistenbestätigungen — tatsächliche Materialentnahmen
FlexxLink empfängt diese Nachrichten, validiert sie gegen D365-Stammdaten und Fertigungsauftragsdaten und stellt sie zur Buchung bereit. Damit bleiben Lagerbestand, Materialverbrauch und Produktionsfortschritt in Echtzeit aktuell.
4. Fertigmeldung
Wenn das MES signalisiert, dass die Produktion abgeschlossen ist, empfängt FlexxLink die Fertigmeldung und löst den Als-fertig-melden-Prozess in D365 aus — aktualisiert Bestände, schliesst Fertigungsauftragsschritte und stoppt ausstehende Transaktionen.
→ Mehr Infos: Externes Produktionssystem mit Dynamics 365 verbinden
Dynamics 365 WMS-Integration
Wie der Lagerprozess mit WMS-Integration abläuft
Für Unternehmen, die ausgelagerte Lager oder spezialisierte Lagersysteme betreiben, die unabhängig von D365 laufen, bietet FlexxLink eine bidirektionale Integration für den gesamten ein- und ausgehenden Logistikzyklus.
1. Wareneingang
Wenn Waren im externen Lager eintreffen, sendet das WMS eine Wareneingangsbestätigung an FlexxLink. FlexxLink validiert den Eingang gegen die entsprechende Bestellung oder den Umlagerungsauftrag in D365, legt bei Bedarf Chargeneinträge mit Ablaufdaten und Chargennummern an und bucht den Wareneingang — ohne manuelle Eingabe in D365.
2. Chargenverwaltung
Chargendispositionscodes in D365 — mit denen gesteuert wird, ob Bestände verfügbar, eingeschränkt oder gesperrt sind — werden automatisch mit dem externen Lager synchronisiert. Wenn ein Qualitätsprüfauftrag einen Chargendispositionscode ändert oder ein Code nach der Qualitätsfreigabe zurückgesetzt wird, übermittelt FlexxLink die Aktualisierung in Echtzeit an das WMS.
3. Kommissionierlistenübertragung
Wenn ein Kundenauftrag, Fertigungsauftrag oder Umlagerungsauftrag in D365 einen Kommissionierbedarf auslöst, übermittelt FlexxLink die Kommissionierliste an das externe Lager — mit oder ohne Chargenreferenzen, je nach Konfiguration. Das Lager erhält die Anweisung und beginnt mit der Kommissionierung, ohne manuellen Koordinationsschritt.
4. Warenausgangsbestätigung
Wenn das Lager eine Kommissionierung abschliesst und Waren versendet, sendet es eine Warenausgangsbestätigung an FlexxLink. Stimmt der tatsächliche Warenausgang exakt mit der Kommissionierliste überein, bucht FlexxLink den Warenausgang automatisch in D365. Bei Abweichungen — Teilkommissionierungen oder Mengenunterschiede — passt FlexxLink die Kommissionierliste vor der Buchung automatisch an, anstatt den Prozess zu blockieren.
→ Mehr Infos: Externes Lager mit Dynamics 365 verbinden
Wie FlexxLink MES- und WMS-Integration abwickelt
FlexxLink wird als Independent Deployable Package direkt in Dynamics 365 Finance & SCM über Lifecycle Services (LCS) installiert. Es läuft nativ im ERP, nicht als externe Middleware-Schicht.
Für MES- und WMS-Integration fungiert FlexxLink als REST-basierter Integrationsclient. Externe Systeme senden Nachrichten an die eingehenden REST-Endpunkte von FlexxLink; FlexxLink sendet ausgehende Nachrichten an externe REST-Endpunkte. Jedes System mit REST/HTTP-Kommunikationsfähigkeit kann ohne zusätzliche Middleware angebunden werden.
Wesentliche Funktionen für MES- und WMS-Szenarien:
- Parametergesteuerte Übertragungssteuerung — welche Ereignisse ausgehende Nachrichten auslösen, welche Daten enthalten sind und wie Nachrichten strukturiert sind, wird pro Integrationspartei konfiguriert, nicht fest codiert
- Validierung vor der Buchung — jede eingehende Nachricht wird gegen D365-Stammdaten (Fertigungsaufträge, Bestellungen, Artikelnummern, Chargeneinträge, Lagerortcodes) validiert, bevor sie eine Stagingtabelle erreicht
- Automatische Anpassung — Abweichungen zwischen empfangenen Daten und D365-Dokumenten (z. B. Teilwarenausgänge) werden wo möglich automatisch behandelt, anstatt blockiert
- Integrationsmonitor — ein zentraler Arbeitsbereich in D365 mit vollständiger Transparenz über alle MES- und WMS-Nachrichten: Fehler, verarbeitete Nachrichten und vollständige Jobhistorie
- Multithreaded-Verarbeitung — Hochdurchsatzszenarien wie häufige MES-Rückmeldezyklen oder volumenintensive Lageroperationen werden mit prioritätsbasierter Parallelverarbeitung abgewickelt
Unterstützte Nachrichtentypen
| Szenario | Nachricht | Richtung |
|---|---|---|
| MES | Fertigungsauftrag freigeben | Ausgehend (D365 → MES) |
| MES | Fertigungsauftrag zurückziehen | Ausgehend (D365 → MES) |
| MES | Produktionsstart | Eingehend (MES → D365) |
| MES | Rückmeldeschein | Eingehend (MES → D365) |
| MES | Kommissionierliste (Materialverbrauch) | Eingehend (MES → D365) |
| MES | Fertigmeldung | Eingehend (MES → D365) |
| WMS | Wareneingang | Eingehend (WMS → D365) |
| WMS | Chargendispositionscode-Aktualisierung | Ausgehend (D365 → WMS) |
| WMS | Kommissionierliste | Ausgehend (D365 → WMS) |
| WMS | Warenausgangsbestätigung | Eingehend (WMS → D365) |
Implementierung: Was zu erwarten ist
FlexxLink wird über Lifecycle Services (LCS) als Standard-D365-Paket installiert. MES- und WMS-Schnittstellen werden vorkonfiguriert ausgeliefert; der Implementierungsaufwand konzentriert sich auf:
- Integrationspartei-Einrichtung — Konfiguration des externen MES oder WMS als Integrationspartei mit REST-Endpunkt und Schnittstellenparametern
- Nachrichtenkonfiguration — Definition welche Ereignisse ausgehende Nachrichten auslösen, welche Datenfelder enthalten sind und wie eingehende Nachrichten auf D365-Dokumente gemappt werden
- Validierungsprofil-Einrichtung — Definition von Validierungsregeln für eingehende Daten gegen D365-Stammdaten
- Schnittstellenaktivierung — Aktivierung der relevanten ein- und ausgehenden Schnittstellen
- Testing — End-to-End-Nachrichtenfluss-Tests pro Szenario (Fertigungsauftragslebenszyklus, Wareneingang, Kommissionierung, Warenausgang)
Die Implementierungszeit hängt von der Komplexität des externen Systems und der Anzahl der individuellen Nachrichtenstrukturen ab. Standardszenarien mit REST-fähigen MES- oder WMS-Systemen sind typischerweise innerhalb weniger Wochen umsetzbar.
Lizenzierung und Verfügbarkeit
FlexxLink ist auf dem Microsoft Marketplace verfügbar und wird von der Soluvine GmbH entwickelt, einem ISV für Microsoft Dynamics 365 Finance & SCM. MES- und WMS-Integration ist im gleichen FlexxLink-Paket wie B2B/EDI enthalten — kein separates Modul erforderlich.
Die Lizenzierung erfolgt über ein Flat-Rate-Abonnementmodell ohne Transaktionsgebühren. Eine 30-tägige kostenlose Testversion ist verfügbar.
Häufig gestellte Fragen
Funktioniert FlexxLink mit jedem MES oder WMS, oder nur mit bestimmten Systemen?
FlexxLink verbindet sich mit jedem MES oder WMS, das REST/HTTP-Kommunikation unterstützt. Es gibt keine Einschränkungen auf bestimmte Anbieter — die Integration wird über FlexxLinks Schnittstellenparameter konfiguriert, nicht fest auf spezifische Systeme codiert.
Ist Middleware für MES- oder WMS-Integration erforderlich?
Nein. Anders als bei EDI-Szenarien, wo Middleware typischerweise für die Formatkonvertierung benötigt wird, funktioniert MES- und WMS-Integration mit FlexxLink direkt über REST — ohne zwischengeschaltete Middleware-Ebene, sofern das externe System REST-Kommunikation unterstützt.
Wie werden Abweichungen zwischen WMS-Warenausgängen und D365-Kommissionierlisten behandelt?
Wenn der tatsächliche Warenausgang aus dem Lager nicht mit der Kommissionierliste in D365 übereinstimmt, passt FlexxLink die Kommissionierliste automatisch an die tatsächlichen Mengen an, bevor sie gebucht wird — anstatt den Prozess zu blockieren und einen manuellen Eingriff zu erfordern.
Kann FlexxLink MES- und WMS-Integration gleichzeitig betreiben?
Ja. FlexxLink verwaltet alle Integrationsszenarien — B2B/EDI, MES und WMS — im selben Framework. Jedes externe System wird als separate Integrationspartei mit eigenen Endpunkten, Nachrichtenkonfigurationen und Validierungsprofilen konfiguriert.
Was passiert, wenn das MES oder WMS ungültige Daten sendet?
Jede eingehende Nachricht wird vor der Buchung gegen D365-Stammdaten validiert. Nachrichten mit Validierungsfehlern werden im Staging-Arbeitsbereich blockiert, mit dem spezifischen Fehler markiert und können korrigiert, genehmigt oder abgelehnt werden — ohne andere Nachrichten in der Warteschlange zu beeinträchtigen.
Unterstützt FlexxLink sowohl diskrete als auch Prozessfertigung?
Ja. FlexxLink unterstützt sowohl diskrete als auch Prozessfertigungsumgebungen, einschliesslich Chargenverwaltung, Ablaufdatennachverfolgung und Chargendispositionscode-Synchronisation für Prozessfertigungs-Workflows.







